Das ist ein sehr guter Artikel, wenn ich mir hier überhaupt eine Wertung erlauben darf. Vorab vielen Dank!
Ich spiele schon sehr (sehr) lange Poker. Um mich jedoch ernsthaft mit dem Spiel zu beschäftigen, müsste ich dem alles andere unterordnen. . .
Vielmehr interessiert mich aus bestimmten Gründen das ganze Drumherum - Poker ist mittlerweile ja in aller Munde. 2007 - da "hoffte" ich noch, einen Teil meiner Einnahmen mit Poker gestalten zu können - habe ich an einem großen Turnier in Spanien teilgenommen. Das Startgeld konnte ich zwar mehr als verdreifachen, doch an diesem Tag fiel auch meine Entscheidung, die Finger davon zu lassen.
Normalerweise wird so ein "Glück" als Initialzündung für eine Spielerkarriere gedeutet. Versteht mich bitte nicht falsch, aber ich bekam nasse Füsse. Ohne eine entsprechende Geldbeutel bzw. den Hauch von Fortuna, z. B. : à la Hachem erfahren zu haben und von Null auf Millionen zu kommen, haben 98% aller Aspiranten keine Chance. Im Gegenteil: die meisten erleben die Pleite. "Gier frißt Hiern". . . ja, der Traum von schnellem Geld, Ruhm und Anerkennung wurde schon vielen zu Verhängnis. Dafür habe ich in zu viele Gesichter voller Panik und Verzweiflung schauen können.
Der Zusammenhang mit Betrug, egal ob es sich um Online oder Casino handelt, ist vielleicht daher "ergänzend" zu definieren.
"Spielen sie kostenlos auf einen unseren 1000 Tische um 1 Million Euro (. . . oder ähnlich)" flimmert täglich zigfach auf den Fernsehkanälen. Begriffe wie: "Messen sie sich mit den Besten" oder einfach "Gewinnen Sie xxx Dollar. . . " verfehlen ihre Wirkung nicht. Mal Hand aufs Herz: Wer kannte vor 10 Jahren Texas Holdem? Und, wer kennt diese Pokervariante heute nicht? hmmm. . .
Hier wird assoziert, dass es sich um Sport handelt - von Null in die Championsleaque. Egal ob mit 30 Kilo Übergewicht, mit Mitte 40- oder 30 Kippen am Tag!
Daher haben es sich einige Sportsender nicht nehmen lassen, an diesem leckeren Kuchen risikolos mitzuverdienen.
Auch ein landesweit bekannter Komiker, der schon ganz früh erkannte, dass mit öffentlichen Mobbing, Hohn und Spott hohe Einschaltquoten und ein paar Euro zu machen sind, spielt mittlerweile vor einem Millionenpublikum Karten. . . . Und wenn obendrauf noch "Uns-Bobbele" mit einem Matchball-Blick öffentlich bekennt: "Poker ist großes Tennis", na ja dann kann eigentlich nichts mehr passieren. Diese Leute haben immer zwei Asse auf der Hand, und wenn sie nicht, wie beim letztgenannten, ihre Mio´s in einer Besenkammer "versprühen", kommt am River immer die Nuts. Jedoch. . . wollen es viele von uns nicht wahrhaben.
Zitat: "NL 1/2, denn dafür benötigt man eine bankroll von 10. 000 Euronen" - ja natürlich, 250x Buy-In von 200. . . Doch wer bitte schön macht das? In Wirklichkeit werden bestenfalls 200-300 (max. 600) Dollar eingezahlt, die dann - zuerst spielt man umsichtig, wartet auf gute Starthände und foldet bei Gefahr (den möglichen Bluff nimmt man dann gern in Kauf) - mit zunehmender Risikobereitschaft an einem oder mehreren Tagen verzockt werden. Im Plus ist kaum einer - ich im Übrigen auch nicht!
Der eigentliche Betrug manifestiert sich in der Manipulation. Über Risiken spricht kaum einer. Glückspiel macht süchtig? Nein, beim Pokern doch nicht. "Ist doch Sport". Lustig dann immer wieder der Vergleich mit Schach. "Der schwarze König bluffte sich zum Schachmat durch. . . " OK, strategisch gesehen lass ich das eine oder andere gelten.
Die mathematischen Ansätze aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung weißt kaum einer zu nutzen. Hierbei möchte ich eine andere Relation zum Besten geben:
Bei der WSOP sitzen (z. B. :) 5000 Leute beim Main-Event an den Tischen. An den letzten 2 Tagen vielleicht noch 100. Am TV-Tisch sitzen am letzten Tag 9 Spieler. Doch weltweit schauen 100-200 Millionen dem Raisen und Bluffen zu. Warum? Spannung, Aktion, hoher Unterhaltungswert. . . ? Doch nur, weil man sich als ambitionierter Kenner der "Sportart" damit identifiziert und ein wenig davon träumt, dass es mit der Zockerkarriere vielleicht klappen könnte. "Und ich muss ja nicht in der Kreisklasse anfangen, um in 10 Jahren Bundesliga zu spielen". In der Annahme, dass 10% selbst pokern, würde ein "Erfolgsquotient" von 9:10. 000. 000 (0,0000009) entstehen. Kommt das irgendjemandem bekannt vor? Wie war das mit dem "eher vom Blitz erschlagen zu werden, als zu gewinnen"? Ja, richtig! Lotto heißt der "Sport". . . . Alles Weitere überlasse ich jedem selbst.
Was jedoch gänzlich bleibt, ist der Frust! "Betrug!" wird erst dann gerufen (geschrieben), wenn die Kohle weg ist. Der Anfänger, der gerade Glück hatte, einen Pot zu gewinnen, wird hier nichts berichten. Grundsätzlich - und auch hier stimme ich zu 100% deiner Schlussfolgerung zu - ist alles möglich, wenn die Schuldzuweisungen an andere aufhören.
Die (sportliche) Ausdauer ist der Geldbeutel und das Training sind Fachlektüren, Erfahrungsaustausch mit guten Leuten und geduldige Praxis auf niedrigen Limits.
Das letztere besitze ich persönlich definitiv nicht! Daher bin ich im Vergleich zu den meisten "Semipro´s" ein schlechter Pokerspieler.
Poker ist, um es mit dem zu vergleichen, was die Meisten wollen: "Dem großen Traum von leichtverdienten Vermögen", wie eine äußerst risikoreiche Geldanlage - vor der Zeichnung wird über gewaltige Renditen gesprochen. Der mögliche Totalverlust wird zwar nicht verschwiegen, doch dies will niemand wissen!!! Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit?
Nicht wirklich nötig, oder? Auch hier wird versprochen, gelockt und schlußendlich abkassiert. Denn unser Geld ist ja nicht weg sondern nur in anderen Händen. . . .
Selbst spiele ich weiterhin Poker. Alle 1 bis 2 Monate oder in den Ferien online NL 50c/1$ und mit Freunden alle 6-8 Wochen um Cents. Gewonnen habe ich insgesamt nur an Erfahrung. Dafür habe ich auch schön bezahlt. Also alles in Butter. . . . und euch allen weiterhin ein gutes Blatt!
So! Dann wed ich auch mal meinen Semmel dazugeben:
Die Diskussion, ob online poker rigged ist eigentlich gleich alt, wie online poker selbst. . .
Es gibt x Argumente (z. b. : reiche wollen immer noch mehr - Gegenargument: Warum sollten sie des riskieren, etc, pp. . . )
dafür und dagegen, aber fakt ist: Wir wissen es nicht!
Ich spiele schon sehr lang online poker auf 2 Plattformen (Everest + Titan <-- @ mod:Falls man Anbieter nicht nennen darf, bitte korrigieren)
und dass auch mit gutem Erfolg. Zwar nur micro limits aber imerhin^^
Natürlich ist mir auch das eine oder andere mal eine "seltsame Situation" untergekommen. (z. b. : Limit HE, ich floppe mit 77 quads und donk macht runner runner str8 fl)
Aber es ist auf keinen fall so, wie es ein anderer user es gepostet hatte: "Sowas ist bei zig millionen händen unmöglich, bla, bla" - oder so ähnlich.
Auch wenn die chancen auf einen runner runner str8 flush gering sind, sie sind gegeben. Wir können uns das ja auch schnell mal ausrechnen:
Deck hat 52 Karten - unsere 2 (wir sind jetzt der donk mit dem glück^^) - 3 Flop = 47
Wir benötigen am turn also eine von 2 möglichen karten --> wahrscheinlichkeit: 2/47
Anschließen brauchen wir am river die 2te karte --> Wahrscheinlichkeit: 1/46
Sa es sich also um eine "Und"-Wahrscheinlichkeit handelt, müssen wir noch die zwei einzel wahrscheinlichkeiten multiplizieren und bekommen 2/46*47 = 1/1081 also ca. 0,1 %
Also passiert diese situation 1mal in 1000 Händen. Ist nicht oft, aber wenn man bedenkt, wie viele hände online am tag gespielt werden, kommt soeine Situation an einem einzigen tag mit sicherheit zig mal vor. reine mathematische Gesetzmäßigkeit.
Außerdem handelt es sich hier um ein extrem beispiel. Ein runner runner flush oder straight hat hier noch mehr chancen!
Ein anderer Aspekt wurde auch schon genannt:
Online sind die gegner besser! Fakt!
Wenn ich mir einen NL 1/2 Cashgame table offline anschaue, ist das im Gegensatz zu NL 0. 05/0. 10 online ein kindergeburtstag!
Und ich weiß genau, wenn ich mich im casino an so einen table setzen würde, könnte ich den ohne weiteres auf lange sicht auseinandernehmen!
Man beachte: Ich schreibe "würde" und "auf lange sicht"! Denn hier kommen wir zum nächsten Thema:
Ein user schreibt, dass er sich mühsam mit sng hochgarbeitet hatte, und dann an einem tag alles verloren hatte, indem er 20 sng in folge leer ausging. fält euch da nicht etwas auf? Richtig! Bankroll Management.
Ein downswing von "nur" 20 erfloglosen Sng's ist imho völlig normal (also nicht ständig, aber ich und alle pokerspieler, die ich kenne, haben sowas schon durchgemacht).
Deswegen spiele ich (noch) nicht im casino SH NL 1/2, denn dafür benötigt man eine bankroll von 10. 000 Euronen.
Ohne einem gutem Bankrollmanagment geht der beste Pokerspieler broke, das sollten wir doch mitllerweile alle wissen. . .
und zum thema coinflips: Mir passiert es auch des öfteren, das ich 5 oder mehr in folge verliere (natürlich nur mit SSS, sonst lasse ich mich sicher nicht darauf ein), aber sowas ist in meiner bankroll eingeplant, denn solange etwas wahrscheinlichkeitstheoretisc h nicht Null ist, wird es passieren! Immer und
immer wieder!
Jetzt zum thema: Wie ich schon gesagt habe, wissen wir nicht, ob man beim online pokern betrogen wird. Keiner hier weiß dass!
Also einigen wir uns darauf, dass die Wahrscheinlichkeit 50% beträgt^^.
Aber wie hoch ist diese denn offline? Auch hier gibt es zig möglichkeiten zu betrügen (scond deal, false shuffle, false cuts,. . . )
Darüber schon mal nachgedacht?
Aber wie dem auch sei: Ich spiele schon länger erfolgreich online und mir ist es somit auch egal, wer wen betrügt.
Und etwas habe ich auch gelernt:
Menschen neigen IMMER dazu die schuld bei irgendwem anderen zu suchen.
Alle sind auch auf einmal gute pokerspieler und jeder ist im plus *lol*
. . .