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Autor Thema: Seat Selection  (Gelesen 1351 mal)
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Joey
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Pokertyp: Gelegenheitsspieler
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Ich spiele: Online, im Cardcasino, mit Freunden
Beiträge: 6


« am: September 08, 2009, 10:16:07 »

Hi Leute!
Hab mich jetzt doch hier in eurem Forum angemeldet, da ich denke, dass ich schon über so einige Sachen informieren kann.  (natürlich nicht ganz ohne Quellen)

Ich schreibe jetzt meinen ersten Beitrag zum Thema "Tells", da hier es hier noch nicht wirklich etwas gibt. . .
Der Großteil meines Beitrages stammt aus Mike Caros "Book of Tells", aber ich werde auch einige anderen Quellen heranziehen.

Ich werde auch versuchen, einige Tipps zu geben, wie man Tells bei sich selbst verhindern kann.  Aber ich werde dazu ein oder mehrere andere Themen eröffnen.

Bevor ich jetzt auf spezielle Tells während eines Spieles eingehe, möchte ich noch ein paar Tipps zur Seat-Selection geben:

Wer kennt das nicht? Man kommt zu einem Pokertisch mit lauter unbekannten Gesichtern und es sind noch 2 Plätze frei.  So? Und wohin setz ich mich jetzt?

Grundsätzlich will man ja immer links von den guten und rechts von der Fischen sitzen.  Und dafür nehmen wir mal die Stacks unter die Lupe, die die Spieler am Tisch vor sich liegen haben.

#1: Stackgröße:

Die Stackgröße ist meiner Meinung nach wohl der Größte Aspekt, wonach man seinen Platz auswählen sollte.  Da bei einem durchschnittlichen CG das Maximum Bye-In 100BB beträgt, kann man einen Spieler, dessen Stack über 150 BB beträgt, vorerst getrost als einen soliden Spieler einschätzen.  Ein durchschnittlicher Fisch wird so ein Stack i. d. R.  nicht erreichen.  Außerdem ist es immer von Vorteil, während des Spiels Position auf den BigStack zu haben, da man sich ja nicht bei jedem raise einer anschließender 3-Bet des bigstacks gegenüber sehen will, nur weil er den dicken markieren will. 
Außerdem macht es meist keinen Sinn, wenn man Position auf einen oder mehrere kleine Stacks (unter 50BB) hat, da diese einem meist den Positionvorteil mit einem Preflop All-In oder spätestens mit einem All-In auf dem Flop zunichte machen, da sie sich wegen ihrem kleinen Stack eher schneller committet fühlen.

#2: Anordnung des Stacks:

Wenn man aufgrund der Stackgrößen am Tisch noch keine klare Entscheidung treffen kann, dann sollte man sich den Aufbau der einzellnen Stacks genauer anschauen.  Ein Spieler, der seine Chips pingelig genau in einheitlichen 10er- oder 5er-Stapel geordnet hat, ist meist ein solider, konservativer Spieler.  Das klingt jetzt vielleicht etwas voreilig und einfach, aber meiner Erfahrung nach trifft diese Einschätzung dennoch zu 99% zu! Warum?
Ein guter Spieler sollte immer wissen, wieviele chips er gerade zur Verfügung hat und deswegen muss er sie auch dementsprechend anordnen, um sie schnell zählen zu können. 
Ein Spieler, der seine Chips in Form eines unübersichtlichen Haufens vor sich liegen hat ist i. d. R kein solider Pokerspieler.  Solche Spieler sind meist Fische, oder wenn seine Chips wirklich in einem heillosen Durcheinander daliegen, vielleicht sogar ein Maniac.

#3: Das Auftreten:

Das Auftreten ist, zu meiner eigenen Verwunderung, auch ein guter Hinweis auf den Pokerstil.  Ein gepflegtes Äußeres lässt meist auf einen eher konservativen Spieler schließen, während man einem Spieler mit gelockerter Krawatte, dessen Hemd zusätzlich fast komplett aud der Hose hängt, den "Gambling-Modus" förmlich ansehen kann.  Natürlich sind das jetzt extreme Beispiele, aber man kann am Auftreten auch einen ungefähren Stil herauslesen.

Viele von euch werden sich jetzt wahrscheinlich denken: "Das klingt jetzt schon ein wenig zu einfach und vorschnell", aber es ist wirklich so einfach!
Kein guter Pokerspieler wird seine Chips absichtlich unübersichtlich anordnen, nur damit jemand glauben könnte, er wäre ein Maniac.  Denn dafür müsste er den Vorteil aufgeben, zu wissen, wie hoch sein Stack ist.

Grundsätzlich gilt abseits der Karten:

strong heißt strong und
weak heißt weak

Hier gibt es noch keine Schauspieler und deswegen bekommt man hier "gratis" so viele Informationen.
Hoffe, es hilft eurem Spiel ein wenig. . .
Anregungen, Kritik and so on sind gern gesehen!

Gruß,
Joey



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« am: September 08, 2009, 10:16:07 »

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zawi
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« Antworten #1 am: September 09, 2009, 09:44:02 »

Guter Beitrag.
Möchte noch hinzufügen dass ich ebenfalls 10-er Stapel mache, aber häufig zwischen tight und loose wechsle, je nach Lust und Laune.

Eine Frage:
Die Handanalyse ergibt 15 % das dein Gegner ein Monster hält (er ist am Turn All-In gegangen, Mittelphase Turnier, Average Stacks)
Die Tells sagen dir dass er locker, zufrieden, selbstbewußt ist - ein starkes Zeichen

Was hat mehr Gewicht, die Handanalyse oder die Tells ? Call oder Fold ?



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Joey
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« Antworten #2 am: September 10, 2009, 07:31:12 »

Huh! Das ist eine gute Frage^^

Ich muss selbst zugeben, dass ich für mich in einem größeren Turnier Tells erst am final table so richtig beachte.  Das Problem vorher ist ja, dass man immer wieder mit anderen Spielern am Tisch sitzt.

In deiner Sitiution kommts halt (wie immer im poker^^) "darauf an".
Wie groß ist der Pot? Was erzählt mir mein Gegner für eine Geschichte? Macht diese Geschichte Sinn? Passt die Hand, die er vorgibt zu haben, überhaupt in seine Range? Wie gut spielt er Poker? Was ist für IHN ein Monster?

Und was ich mehr gewichten kann ich nicht sagen.  Ich würde die Tells vl eher zu den 15 % dazuaddieren, ja nach deutlichkeit und dann erneut abwägen, ob ein call sinnvoll ist.
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zawi
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Tight-Mad-Aggressive (Was sonst?)


« Antworten #3 am: September 10, 2009, 12:44:23 »

Eine Lösungsidee:

1. Er ist glücklich und geht All-In  ...  also muss ich seine Bet sehr ernst nehmen

2. Mit welchen Händen könnte er glücklich sein ?

3. Wieviel Prozent dieser Hände schlagen mich (Tell%) ? (im Beispiel oben 50%)

4. Diesen Wert vergleich ich mit der mathematischen Wahrscheinlichkeit für die Handkombinationen die mich schlagen (Math%) (oben 15%)

5. Jetzt muss ich entscheiden ob ich in dieser Situation mehr den Tells (50%) oder der Mathematik (15%) vertraue, ich muss aber
   für den weiteren Turnierverlauf auch die höheren Tell% in Betracht ziehen

Ein Fold wäre also im konkreten Beispiel durchaus erlaubt gewesen - trotz der geringen mathematischen Wahrscheinlichkeit für sein Monster.

( Soviel zum Thema "Instant Call" )
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